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Frau N befand sich nach mehreren akut-psychotischen, paranoid-halluzinatorischen Episoden in einer lang dauernden Depression. In unserer ersten Begegnung erschütterte mich, wie sie mit ihrer Tochter keinen Kontakt aufnehmen und sie nicht emotional besetzen konnte, was mich im Rückblick dazu veranlasste, Frau N in Analyse zu nehmen. Das Mädchen litt unter diversen psychosomatischen Beschwerden und kämpfte verzweifelt mit allen Mitteln um die Zuwendung von Frau N, was diese mir immer wieder auf verstörende Weise, ohne erkennbare Anteilnahme schilderte.
In Gestalt der Tochter zeigt sich so das Grundthema von Frau N, sie hält sich bereits seit ihrer eigenen Kindheit in einem Niemandsland auf, kann sich nicht für andere Menschen interessieren, hat keinerlei Freunde oder Beziehungen, lediglich lose Begegnungen mit Arbeitskontakten in ihrem hochqualifizierten technischen Beruf. Es handelt sich um einen Dauerzustand fehlender emotionaler Objektbesetzung.
Diese Grundkonstellation einer »normalen« Schizophrenie entfaltet sich ebenfalls in der Übertragung auf mich. Frau N idealisiert mich und das analytische Vorgehen zwar, aber in den Sitzungen ist sie eine leere Hülle. Sie schafft es in radikaler Form, was ich an anderer Stelle als »Sein im Nicht-Sein« (Karacaoğlan, 2023) beschrieben habe, nämlich nicht anwesend zu sein und dabei gleichzeitig »ich« zu sein, sich quasi in mir aufzulösen. Dabei kann sie mit großer Meisterschaft jede Idee oder Phantasie, jeden vagen Wunsch oder Hinweis von mir aufnehmen, diese als Skript für sich verwenden und sich so eine Scheinidentität bauen. Sie existiert dann sozusagen nur im Scheinwerferlicht meiner Vorstellungen. Das große Problem
dabei ist, dass ich dies lange Zeit nur ansatzweise merken konnte, weil sich ihre Lebendigkeit immer wieder echt anfühlte, obwohl sie es - im Rückblick betrachtet - wohl häufig nicht gewesen ist.
Die paradoxe Grundsituation, dass Frau N nur »da-sein« kann, wenn sie gleichzeitig »nicht-da« ist, soll nun im Hinbli