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Freud schreibt: »Das Unbewußte ist das eigentlich reale Psychische, uns nach seiner inneren Natur so unbekannt wie das Reale der Außenwelt, und uns durch die Daten des Bewußtseins ebenso unvollständig gegeben wie die Außenwelt durch die Angaben unserer Sinnesorgane« (1900a, S. 617f.).
Freud mahnt uns, »die Bewußtseinswahrnehmung nicht an die Stelle des unbewußten psychischen Vorganges zu setzen, welcher ihr Objekt ist« (1915e, S. 270).
Diese beiden Sätze sind für meine folgenden Ausführungen grundlegend.
In der klinischen Praxis wird mittlerweile fast jede Reaktion des Analytikers als Gegenübertragung bezeichnet, seien es Gefühle, Einfälle, Empfindungen, körperliche, psychosomatische Reaktionen usw. In der Literatur wird vor einem solchen Gebrauch entschieden gewarnt (z. B. Segal, 1992; Britton, 2003; Birksted-Breen, 2019).
Der Begriff der Gegenübertragung taucht bei Freud erstmals 1909 in einem Brief an Jung1 und 1910 in einem Vortrag auf: »Wir sind auf die »Gegenübertragung« aufmerksam geworden, die sich beim Arzt durch den Einfluß des Patienten auf das unbewußte Fühlen des Arztes einstellt, und sind nicht weit davon, die Forderung zu erheben, daß der Arzt diese Gegenübertragung in sich erkennen und bewältigen müsse« (1910d, S. 108). Der Begriff bleibt bei Freud aber in einem zu engen Korsett und unterbelichtet. Der »notwendige« (; s. Britton, 2003) Aufsatz zur Gegenübertragung wird nicht geschrieben.2 Winnicott
S. auch Brittons Zusammenfassung, , S. 65ff.
3. editorische Bemerkungen in der Studienausgabe, Ergänzungsband.
versuchte eine erste Klassifikation der Gegenübertragung, stieß die notwendige Untersuchung von Gefühlen im Analytiker im Behandlungsprozess an.
1950 erschien dann Heimanns bahnbrechende Arbeit »On counter-transference«. Heimann schreibt: »I am using the term »counter-transference« to cover all the feelings which the analyst experiences towards his patient« (1950, S. 81; kursiv BN).3
Diese emotionale Antwort des Analytikers im Rahmen des Zusammenspiel