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Bernd Nissen regt in seinem Beitrag zum Nachdenken darüber an, inwiefern die gegenwärtige psychoanalytische Theorie und Praxis einer massiven Verwirrung zum Opfer gefallen sind, wie sie insbesondere in Paula Heimanns Paradigma eines totalistischen Verständnisses der Gegenübertragung steckt. Nissens Überlegungen liegt die Idee zugrunde, dass Heimann, wenn sie den Begriff Gegenübertragung mit »all the feelings which the analyst experiences towards his patient« (1950, S. 81) (»sämtliche[.] Gefühle, die ein Analytiker gegenüber seinem Patienten empfindet« [2016, S. 112]) gleichsetzt, von der psychoanalytischen Grundannahme abweicht, dass es sich bei der Gegenübertragung (ebenso wie bei der Übertragung) um ein unbewusstes Phänomen handelt.
Ich teile Nissens Besorgnis angesichts des geläufigen Gebrauchs des Gegenübertragungsbegriffs als Synonym für bewusste Gefühle, bewusste Sinnesempfindungen und bewusste Reaktionen, die Analytiker1 innerhalb der analytischen Situation in sich erkennen können. Wenn die unbewussten Wurzeln der Gegenübertragung in Vergessenheit geraten, wenn das Reich des Unbewussten unterschätzt wird, ganz so, als ob es aus nichts weiter als Gefühlen bestünde, die man bewusst erfasst, kann kein psychoanalytisches Denken stattfinden. Wenn jedoch auf der anderen Seite die Verbindung
Anm. d. Ü.: Zur besseren Lesbarkeit verwende ich, wenn die Autorin von »analyst« und »patient« spricht, abwechselnd die männliche und die weibliche Form im Deutschen, wobei stets alle Geschlechter mitgemeint sind. Nur bei dem Konzept der »primären Subjektivität« verwende ich die gegenderte Form.
zwischen bewussten Abkömmlingen und unbewussten Phänomenen, die dem Bewusstsein der Analytikerinnen zugrunde liegen und in ihm mitklingen, gesucht wird, reflektiert wird, analytisch beobachtet und erlebt wird, sind die bewussten Gefühle, Sinneseindrücke, Wachträume und Reaktionen von Analytikern von größter Bedeutung. Daher halte ich Heimanns Beitrag zum Konzept der Gegenübertragung fü