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Die vorliegende, von Bernd Nissen angestoßene Diskussion befasst sich mit der Frage, wie Gegen-Übertragung dem Bewusstsein zugänglich sein soll, wenn Übertragung per se ein unbewusster und nur indirekt zu erfassender Prozess ist. Ein auch auf den zweiten Blick nicht aufzulösender Widerspruch. Daran schließt die andere zentrale Frage an, wie subjektive Empfindungen des Analytikers1 von denjenigen, die der Analysand in ihm auslöst, unterschieden werden können.
Unter der Annahme, dass Übertragungsprozesse ubiquitär stattfinden, muss man auch eine Übertragung des Analytikers auf den Analysanden annehmen. Doch weder kann man alles als Übertragung des Analytikers, entspringend aus seinem eigenen Unbewussten oder seinen eigenen Konflikten, noch umgekehrt alles als Gegenübertragung, also unbewusste Reaktion auf den Analysanden, ansehen, und darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass auf bestimmten Ebenen der Begegnung vielleicht gar keine Übertragung stattfindet. Wie kann der Analytiker also die eigenen Reaktionen auf sein Gegenüber verstehen, und kann er gegebenenfalls seine Reaktion auf seine Analysanden im Sinne einer Gegenübertragung erkennen?
Im Folgenden soll im Hinblick auf diese Fragen untersucht werden, welche Rolle der - normalerweise still anwesende - Körper spielt, wenn er in der Wahrnehmung des Analytikers auftaucht.
Freud postuliert ein Unbewusstes, das basierend auf dem Triebbegriff nahe am Körper ist. So wendet er sich explizit in Triebe und Triebschicksale (1915c)(der »biologischen Seite […] der Betrachtung des Seelenlebens zu« und fasst den »Trieb« als einen Grenzbegriff zwischen Seelischem
Im Folgenden wird der besseren Lesbarkeit halber die maskuline Form verwendet. Selbstverständlich sind sämtliche nichtmännliche Personen ebenfalls angesprochen.
und Somatischem auf, als psychischen Repräsentanten der aus dem Körperinnern stammenden, in die Seele gelangenden Reize, als ein Maß der Arbeitsanforderung, die dem Seelischen infolge seines Zusammenhanges mit dem