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Tausendblatt und Wasserstern
Die Stille war
tief
Die Vögel wussten schon
lange
Konkretes Denken entkleidet Worte ihrer symbolischen Bedeutung; ihre Poesie, metaphorische Bedeutung und Emotionalität gehen verloren; vielleicht werden sie unverständlich oder sogar mit anderen Worten vermischt, faktisch, eindimensional oder nur noch »wörtlich« verwendet. Konkretes Denken begegnet uns alltäglich, explizit und unübersehbar, oder subtil und unauffällig; Worte fühlen sich leer und unpersönlich an, und doch haben sie Funktionen und vor allem Wirkungen – sei es zu Abwehrzwecken, als einzige Möglichkeit der Kontaktaufnahme oder sogar als transformatives Mittel. All dies kann auf psychische Verfassungen verweisen, in denen pathologische Entwicklungen stattfinden oder stattgefunden haben. Wenn Worte aus psychischen Gründen nicht in ihrer symbolischen Form benutzt werden können, sehen wir dies u. a. häufig bei Patienten und Patientinnen mit psychotischen Störungen, psychosomatischen Erkrankungen, Depressionen oder Traumafolgeerkrankungen. Worauf ist dies zurückzuführen?
In Freuds (1915e) ursprünglicher Auffassung führt die Verbindung einer unbewussten Sachvorstellung mit einer Wortvorstellung zur Bewusstwerdung. Er fasst konkretes, schizophrenes, seiner Metaphorik entkleidetes Denken als ein Überwiegen der Wortvorstellung über die Sachvorstellung. Hanna Segal (1988 [1957]) ihrerseits beschreibt konkretes Denken bei
schizophrenen Patient:innen als ein Zusammenfallen beider Vorstellungsformen und bezeichnet es als »symbolische Gleichsetzung«. In ihrer Arbeit Bemerkungen zur Symbolbildung (Segal, 1988 [1957]) zitiert sie einen Auszug aus der Autobiografie von Helen Keller (2020 [1954]), die vor dem Spracherwerb durch eine Infektion taub, stumm und blind wurde und erst im Alter von acht Jahren die Bedeutung von Worten erlernte. In Segals Lesart hat die Fähigkeit, Symbole zu verstehen, das Erreichen der Klein'schen depressiven Position zur Voraussetzung:
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