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In der zweiten seiner Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (Freud, 1905d), genauer gesagt im Abschnitt Die Äußerungen der infantilen Sexualität entwickelt Freud, so möchte ich im Folgenden zu zeigen versuchen, ein konsistentes Modell für das Verständnis der Konstitution des Objekts in einem gleichsam normal-neurotischen seelischen Apparat (siehe dazu , Kap. 3). Dieses Modell steht in einem Ergänzungsverhältnis zum 7. Kapitel der Traumdeutung (Freud, 1900a), in dem Freud wenige Jahre zuvor die grundlegende Struktur dieses Apparates beschrieben hat und in dem die Systeme Unbewusst, Vorbewusst und Bewusst in einem dreidimensionalen Zeit-Raum zugleich unterschieden und verbunden sind. Auch hier ist der Bezugspunkt eine normal-neurotische Funktionsweise, die in ihren Voraussetzungen anhand von Anfragen in einem abschließenden Schritt reflektiert werden soll.
Der Ausgangspunkt für Freuds Überlegungen in dem genannten Abschnitt in den Drei Abhandlungen ist das von dem ungarischen Arzt Lindner 1879 beschriebene Phänomen des »Ludelns« oder »Wonnesaugens«. Freud betont in seiner Zusammenfassung, dass dieses »in einer rhythmisch wiederholten saugenden Berührung mit dem Munde (den Lippen) [bestehe], wobei der Zweck der Nahrungsaufnahme ausgeschlossen sei« (Freud, 1905d, S. 80; Hervorheb. W. H.). Es werde ein Teil der Lippe oder eine beliebig andere, erreichbare Hautstelle »zum Objekt genommen« (Freud, 1905d, S. 80). Freud gilt das »Ludeln« als das »Muster« (Freud, 1905d, S. 80) der infantilen Sexualität überhaupt, und er betont wiederholt den Unterschied dieser autoerotischen Betätigung zum Vorgang der Nahrungsaufnahme. Der auffälligste Charakter des »Ludelns« sei, dass er nicht, wie beim Saugen und Trinken
an der Mutterbrust (also bei der Nahrungsaufnahme), auf eine andere Person gerichtet sei, sondern sich am eigenen Körper befriedige, mithin autoerotisch sei.
Freud bringt in einem nächsten Schritt die Befriedigung des Nahrungsbedürfnisses und die durch das Ludeln entstehende