You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Band 87 des Jahrbuchs der Psychoanalyse (2/2023, S. 227–230) wird im Forum durch drei Abbildungen von Bronze-Skulpturen Fabian Voglers abgeschlossen, die er frei assoziierend in den Raum stellt auf die Frage der Herausgeber: »Was fällt Ihnen ein – zu Sigmund Freud«. Seine Antwort: Id and Ego aus der Serie Idol und Superform (2019-21). Kommentarlos stellt er den beiden Skulpturen das Bild der Skulptur Akuaba 3 (2019-21) voran.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Nach meiner Internetrecherche ist Akuaba ein hölzernes Fruchtbarkeitssymbol, das afrikanische Frauen auf dem Rücken tragen, wenn sie einen
Kinderwunsch haben oder wenn sie eine bestehende Schwangerschaft beschützt fühlen wollen.1 Beim Nachsinnen über den möglichen Zusammenhang von Akuaba und dem Einfall Id and Ego fragte ich mich, ob diese Akuaba mit ohrenartigen Henkeln am Kopfende vielleicht den Akt des Fragens und Lauschens auf eine Antwort meint – ein aufmerksam lauschendes Geschöpf, das Kontakt nimmt zum Begründer der Psychoanalyse oder zu seinen Vertretern im Jahrbuch. Welche Frage könnte der Künstler an die Psychoanalyse stellen, auf die kurz und prompt Id and Ego antworten?
Mein Kontakt zu Fabian Vogler ist vier Jahre älter als sein Beitrag zum Forum und könnte vielleicht eine Antwort geben: Seine Skulpturen begegneten mir zuerst in dem von ihm und von Katinka Schweizer herausgegebenen Buch Die Schönheiten des Geschlechts – Intersex im Dialog (Vogler & Schweitzer, 2018), das beide im Wintersemester 2018/19 in einem Seminar mit Workshop im John-Rittmeister-Institut in Kiel vorstellten. Damals spürte ich beim Betrachten den Impuls, seine mitgebrachten Skulpturen zu beklopfen, um sie akustisch zu erkunden. In der Podiumsdiskussion der Herausgeber und Autoren des Buches im Februar 2019 in der Galerie Brunswiker Pavillon in Kiel fiel mir au