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DIE FOLGENDEN Überlegungen wurden angeregt durch eine Erfahrung, welche man in vielen Gesprächen mit Kollegen machen kann. So häufig unter Analytikern Träume diskutiert werden, so selten kommt es vor, dass über die Deutung Einigkeit herrscht. Und ich möchte hier gleich betonen, dass dies auch für erfahrene Angehörige derselben Schule gilt.
Wenn man also nicht gut annehmen kann, dass die Divergenz der Interpretationen auf ungenügende Ausbildung oder mangelnde Erfahrung zurückzuführen ist, so steht man vor der Tatsache, dass — wenn man nun auch noch verschiedene Schulen in Betracht zieht — in der Praxis derselbe Traum oft sogar diametral entgegengesetzte Deutungen erfährt.
Damit stellen sich zwei Fragen. Eine praktische: muss ein Traum richtig gedeutet — oder überhaupt gedeutet — werden, um dem Patienten weiterzuhelfen? Und eine theoretische Frage: gibt es objektive Kriterien für die Richtigkeit einer Trauminterpretation, und welches sind sie?
Es scheint indessen, dass sich das Problem noch fundamentaler fassen lässt. Zu diesem Zweck möchte ich auf Jung (, p. 13 ff.) zurückgreifen. In den “Beziehungen” beschreibt er den Fall einer jungen Patientin, deren massive Vaterübertragung sämdichen analytischen Versuchen trotzte. Obschon aus dem Zusammenhang klar hervorgeht, dass die Patientin genau “wusste”, was vorging, gelang es ihr einfach nicht, sich aus der analytischen Beziehung zu lösen. Die Träume drückten dies dadurch aus, dass sie den Analytiker in immer grösseren Proportionen zeigten. Die Situation wurde recht eigentlich unhaltbar: der Therapeut war am Ende seines Lateins, die Patientin am Ende ihrer Mittel. Es blieb Jung nichts anderes übrig, als sich seine Machtlosigkeit einzugestehen und passiv abzuwarten, was weiter geschehen wörde. Und ausgerechnet da geschah es: eine schon länger bestehende Beziehung zu einem jungen Mann vertiefte sich zusehends, und ganz sachte glitt die Patientin aus der Übertragung hinaus und ins Leben hinein …
Zugespitzt könnte man d