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Je mehr wir uns mit der psychoanalytischen Erforschung der Neurosen beschäftigen, desto mehr kommen wir zur Erkenntnis, daß die Technik der Traumdeutung den wichtigsten Behelf des Arztes bildet, um in das unbewußte Seelenleben des Kranken einzudringen. Allerdings, nach den strengen Regeln der Traumdeutung müßten wir warten, bis uns der Kranke durch seine Einfälle die Deutung des Traumes selber bringt. Zu Beginn der Behandlung sind die Kranken offenherzig und mitteilsam. Aber in vielen Fällen sind manche Kranke auf diese Methode einerseits nicht eingerichtet, anderseits scheuen sie sich, ihr Geheimnis dem Arzte preiszugeben. Der Widerstand verhindert das Auf tauchen der Einfälle. Meistens handelt es sich ja um Geheimnisse, die ihnen selber fremd sind. Mitunter kann eine gelungene Traumanalyse den Widerstand des Kranken brechen, wie es ja der von mir in meinen Buche „Nervöse Angstzustände“ publizierte Fall des Rabbiners (S. 160) klarlegt. Eine solche Deutung ohne die Einfälle des Kranken ist freilich ein Wagnis. Allein beschäftigt man sich viele Jahre eingehend mit den Träumen, so bemerkt man bald, daß es typische Träume und typische Traumelemente gibt, die mit verschiedenen Variationen immer wieder vorkommen. Zwei Typen dieser Art hat ja Freud in seiner fundamentalen „Traumdeutung“ (2. Auflage, ) klargelegt: den Exhibitionstraum und den Traum vom Tode lieber Verwandter. Gerade zu den typischen Traumelementen fällt den Kranken fast gar nichts ein; deshalb ist die Kenntnis derselben sehr notwendig.
Wenn ich hier daran gehe, einige neue Erkenntnisse, die mir durch Analyse von mehreren Tausenden Träumen gekommen sind, einem wissenschaftlichen Forum vorzulegen, so geschieht das in der Absicht,