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Die psychoanalytische Methode hat uns befriedigende Aufklärungen über das Wesen der Neurosen, über den Aufbau ihrer Symptome und über die Mittel einer souveränen Therapie gebracht. Das scheinbar sinnlose Verhalten der Neurasthenie, der Degenerationspsychose, der Zwangsneurose, der Hysterie, der Paranoia erscheint verständlich und wohldeterminiert. Die Leistungen genialer Menschen, verbrecherische Handlungen, Schöpfungen der Volkspsyche sind der Psychoanalyse zugänglich und zeigen sich in ihrer psychischen Struktur vergleichbar mit dem Aufbaue der neurotischen Symptome. Diese Vergleichbarkeit der analytischen Ergebnisse und deren erstaunliche Identität geben dem Forscher eine solche Sicherheit auf dem nicht unschwierigen Gebiete der Neurosenlehre, daß er auch gegenüber starken Einwänden einer berufenen Kritik nicht aus dem Takte käme. Wieviel weniger gegenüber ungerechtfertigten Lamentationen oder unberufener Aburteilung!
Die starken Positionen in der Neurosenforschung, die von Breuer, Freud und seinen Anhängern geschaffen wurden, lassen sich deutlich auf die ontogenetische Betrachtungsweise zurückführen. Die psychoanalytische Schule betrachtet das Symptom sowie den neurotischen Charakter nicht bloß als Krankheitsphänomen, sondern vor allem als individuelles Entwicklungsprodukt und sucht sie aus den Erlebnissen und Phantasien des Individuums zu verstehen. Das rätselhafte Bild der Neurose und ihrer Erscheinungsformen fesselte wohl seit jeher die Aufmerksamkeit der Beobachter. Aber erst mit der Psychoanalyse