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In einem kürzlich erschienenen Aufsatz „Über traumartige und verwandte Zustände“ hat Löwenfeld1) eigentümliche, bei Neurotikern auftretende Störungen behandelt, die bisher in der Literatur keine genügende Würdigung gefunden haben. Zur Orientierung zitiere ich Löwenfelds allgemeine Beschreibung dieser Zustände.
„Die Außenwelt macht nicht den gewöhnlichen Eindruck, das wohl Bekannte und täglich Gesehene erscheint verändert, wie unbekannt, neu, fremdartig, oder die ganze Umgebung macht den Eindruck, als sei sie ein Phantasieprodukt, ein Schein, eine Vision. In letzterem Falle besonders ist es den Patienten, als ob sie sich in einem Traum oder Halbschlaf befänden, hypnotisiert oder somnambul seien, und sie sprechen dann auch zumeist von ihren Traumzuständen.“ — Der Autor erwähnt ferner, daß diese Zustände dem Grade nach sehr verschieden sein können und in der Dauer große Schwankungen aufweisen, daß sie oft mit dem Affekte der Angst verknüpft sind und daß sich neben ihnen in der Regel noch andere nervöse Symptome nachweisen lassen.
Löwenfeld gründet seine Beschreibung auf eine beträchtliche Anzahl von Krankengeschichten. Ich selbst bin bei einer ganzen Reihe meiner Patienten, die ich psychoanalytisch behandelte, auf diese Zustände gestoßen. Da die bisherigen psychoanalytischen Arbeiten sich mit den Traumzuständen noch nicht beschäftigt haben, so teile ich meine hauptsächlichsten Resultate mit. Sie bilden eine Ergänzung derjenigen Aufschlüsse, die uns die Psychoanalyse über das Wesen der anderen episodischen Erscheinungen im Krankheitsbilde der Hysterie gebracht hat.