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Am 15. Dezember 1908 wurde mir von Prof. Freud ein dänischer Graf von 32 Jahren zugewiesen, den sein Berater, Privatdozent der Psychiatrie und Direktor einer Irrenanstalt, dem Professor geschickt „in der Hoffnung“, wie es im Begleitschreiben hieß, „daß Sie ihm helfen könnten“. Ich zitiere den mitgegebenen Brief: „Der Beruf des Patienten ist die Archäologie, worin er Bedeutendes geleistet haben soll. Seine Geschichte: Er stammt aus einer stark degenerierten Familie. Vater Gutsbesitzer. Eltern sollen zu einer trüben, melancholischen Stimmung neigen, unmotivierte ökonomische Befürchtungen hegen usw. Patient selbst immer schon reizbar, schüchtern, zurückgezogen, mitunter während der Kindheit zornmütige Accès, wo er ganz von Sinnen war, angeblich bewußtlos wurde, ganz blau im Gesicht. Später ausgesprochene Alkoholintoleranz mit atypischen Rauschzuständen, Automatismen, Dämmerzuständen, Amnesie. Als Offiziersaspirant einmal ein Anfall von Bewußtlosigkeit (epileptischer Natur?). Jetzt häufig kurzdauernde endogene Zustände trüber und reizbarer Stimmung, die ich als epileptischer Natur aufgefaßt habe. Immer un certain goût pour la canaille. pour la crapule; verkehrt mit allerlei suspekten Figuren, Zirkusleuten, konnte in der unkritischesten Weise gewissen inferioren Typen seine Bewunderung schenken, sonst in seiner Wissenschaft sehr kritisch und originell. Hat immer eine starke Abneigung gegen Homosexuelle gefühlt und konnte es niemals aushalten, in einer Gesellschaft mit solchen Personen zusammen zu sein. Gleichzeitig hat er indessen eine gewisse Anziehung an Männer konstatiert. Der weibliche Körper ist ihm nie