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Kein einziger Punkt der Freudschen Sexualtheorie hat derart erbitterten, fast persönlich gefärbten Widerspruch gefunden, als die von ihm festgelegte Tatsache, daß der Analregion eine erogene Bedeutung zukomme. Obwohl die einfachste Überlegung einem jeden hätte sagen müssen, daß die Paederastie so alt wie das Menschengeschlecht überhaupt sei und bekanntlich bei den Griechen als förmliche soziale Einrichtung bestand, so haben doch die persönlichen Komplexe, welchen kein Sterblicher sich entzieht, hier stets am mächtigsten eingesetzt. Ärzte, die für jeden, der nicht geflissentlich die Augen verschloß, ganz deutlich die Zeichen noch sehr lebendiger Analerotik aufwiesen, machten sich über die Angabe lustig, daß sich Kinder angeblich den Stuhl aufheben, um den Lustnebengewinn bei der Defäkation nicht verlieren zu müssen. Und als ich selber auf Grund meiner psychoanalytischen Erfahrungen Freuds Studien über Analerotik und Analcharakter in einigen Punkten zu ergänzen versuchte, fand ich derart vehemente Gegnerschaft, daß sie durch den einfachen nackten Widerspruch gegen meine aufgestellten Behauptungen absolut nicht zu erklären war. All diese Erscheinungen werden nur verständlich, wenn man bedenkt, daß die Aftererotik unter allen Sexualbetätigungen des Kindes die verbreitetste ist, in den meisten Fällen die stärkstbetonte, welche gar nicht selten das ganze Leben hindurch noch fortwährt, oder aber mit dem allergrößten Aufwande und einer Wut, die sichtlich unterdrückter Libido entspringt, in den tiefsten Orkus des Unbewußten hinunterverbannt wird.
Bei meinen Studien fiel mir bald auf, daß sehr viele Menschen neben dieser Analerotik eine zweite ebenso starke, ja in manchen Fällen