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Nachdem die Tiefenpsychologie Freuds lange Zeit ignoriert worden, steht sie nun im Vordergrund einer lebhaften Diskussion; von allen Seiten wird sie angegriffen, so daß ich mich zu einer Verteidigung gedrängt fühle. Ich hoffe auch, das Befremden, das die Freudschen Theorien erregt haben, dadurch etwas mildern zu können, daß ich zu zeigen versuche, wie wenig eigentlich ihre tatsächlichen Grundlagen über das hinausgehen, was der beobachtende Psychologe schon längst gewußt hat; und last not least möchte ich sehr deutlich sagen, daß ich mit manchen Einzelpublikationen der Schüler Freuds teils des Inhaltes, teils der Form wegen nicht einverstanden bin1).
Nicht leicht habe ich mich zu dieser Arbeit entschlossen. Man muß ja Leuten, deren Wissenschaftlichkeit oder Leistungen auf anderen Gebieten man hochschätzt, entgegentreten und man hat die undankbare Aufgabe, mehr affektive Einwände (d. h. Glaubenssätze) als logische Gründe zu bekämpfen.
Die affektiven Motive allerdings wirft man zunächst den Psychanalytikern vor. Friedländer, der die Angriffe auf die Psychanalyse recht sorgfältig gesammelt hat, meint, daß die Anhänger Freuds an Stelle der Belehrung und ruhigen Beweisführung Temperament und Dogma setzen. Ergänzen wir das durch eine kleine Bemusterung der Ausdrücke