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Die Analyse, deren Schilderung hier folgt, unternahm ich nut einem zwanzigjährigen jungen Mädchen, das wegen einer eigenartigen, seit 15 Jahren bestehenden Phobie in meine Behandlung kam. Der Zeitpunkt der Entstehung dieser Phobie ist genau bekannt, da er an ein bestimmtes äußeres Ereignis anknüpft. Hiermit verhält es sich folgendermaßen:
Es war an einem Januarmorgen auf dem Eise, als unsere damals 5¾ Jahre alte Patientin — wir nennen sie Gerda — mit ihrer Kinderfrau und ihren Geschwistern Schlittschuh laufen lernte. Plötzlich machten die Geschwister die Kleine lachend darauf aufmerksam, daß ihr Hacken1) halb abgerissen sei und nur noch auf einer Seite am Stiefel hänge. Gerda sah nach und fing bitterlich an zu weinen. Sie ging bald darauf mit der Wärterin nach Hause. Unterwegs trafen sie den jüngsten Bruder Max, der von seiner Wärterin im Kinderwagen spazieren gefahren wurde. Gerda fing dabei wieder an zu weinen. Sie weiß kaum, wie sie dann nach Hause kam. Hier angelangt, warf sie sich schluchzend der Mutter an den Hals mit den Worten: „Ich habe die Zinken2) gesehen!“ Die Mutter zog ihr hierauf den defekten Stiefel aus; in diesem Moment fiel Gerda in eine Ohnmacht. Als sie erwachte, fand sie sich auf dem Sofa liegen. Nachträglich sei sie von ihren Geschwistern wegen ihres Benehmens ausgelacht worden.
An dieses Ereignis knüpft eine lange Reihe ähnlicher Vorkommnisse an, von denen wir einige erwähnen wollen.