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Seitdem Havelock Ellis zuerst die Aufmerksamkeit auf den pathologischen Zustand der Verliebtheit in die eigene Person als einer besonderen Form des Autoerotismus gelenkt hat1), wurde diese Erscheinung, die Näcke einem Winke von Ellis folgend „Narzissismus“ nannte2), von einzelnen Forschern gelegentlich gestreift3). Doch ist außer ein paar recht interessanten kasuistischen und literarischen Hinweisen, insbesondere bei Ellis2), nichts über den Ursprung und den tieferen Sinn dieses seltsamen Phänomens bekannt geworden. Der psychoanalytischen Forschung war es auch hier vorbehalten, ein erstes Licht auf die Genese und die vermutlichen psychosexuellen Zusammenhänge dieser eigenartigen Libidoeinstellung zu werfen, ohne daß es jedoch damit gelungen wäre, deren Bedeutung für das Seelen- und Liebesleben der Menschen ihrem vollen Umfang nach würdigen zu lernen.
Neuere psychoanalytische Erfahrungen, insbesondere an Patienten mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, haben es zunächst nahegelegt, den Narzissismus, die Verliebtheit in die eigene Person, als ein normales Entwicklungsstadium aufzufassen, welches die Pubertätszeit einleitet und dazu bestimmt ist, den notwendigen Übergang vom reinen Autoerotismus zur Objektliebe zu vermitteln. Wie das Verweilen auf dieser narzissistischen Übergangsstufe die Richtung der gleichgeschlechtlichen Neigung bestimmen kann, hat die Psychoanalyse männlicher Invertierter