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Ein 3½ jähriges normales Mädchen erhält ein Brüderchen, über dessen Ankunft es sich herzlich freut. Man sagt ihr, wie den älteren Geschwistern, es sei in der Mutter gewachsen; eine Erklärung, die sie anscheinend ziemlich gleichgültig annimmt und nie wiederholt. Vor der Geburt hat sie hie und da Bemerkungen über den Leibesumfang der Mutter gemacht. Sie wolle „viel essen, damit sie auch so rund werde“. Sie interessiert sich sehr für den Kleinen und für den Akt des Stillens. Als sie von einer Mücke gestochen wird, verkündet sie, jetzt wachse ihr „ein Brüstchen“; beklagt sich dann sehr, das „Brüstchen“ sei wieder vergangen, weil das Cousinchen ihr darauf geschlagen habe.
Als der Kleine vier Monate alt ist, erzählt die Mutter einmal Andersens Märchen vom häßlichen jungen Entlein, wofür das Mädchen sofort lebhaftes Interesse zeigt. Von da an will sie immerwieder die Eingangsszene hören, nämlich wie die Ente die Jungen ausbrütet: „Erzähl von der Frau, wie die Kinder kommen!“ Sie weiß dabei ganz gut, daß es sich um eine Ente handelt und nicht um eine Frau. Die Mutter fragt: „Warum willst du denn immer diese Geschichte hören?“ Die Kleine antwortet: „Es gelüstet mich halt so!“
„Was gelüstet dich denn so?“
„Ach, wie die kleinen Kinder herauskommen, das gelüstet mich so“. Darauf macht sie eine Pause und lacht, dann sagt sie mit Betonung: „Ich habe geträumt heute Nacht, wie der Suppenkaspar (aus Struwelpeter) in den Abtritt hinuntergefallen ist“.