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Bleulers Arbeit bringt eine bemerkenswerte klinische Analyse des Begriffes „Negativismus“. Außer einer eingehenden und möglichst scharfen Formulierung der verschiedenen Manifestationsformen des Negativismus führt der Autor einen neuen psychologischen Begriff ein, der gebührende Aufmerksamkeit verdient: es ist der Begriff der Ambivalenz oder Ambitendenz, womit die psychologische Tatsache formuliert wird, daß jede Tendenz durch eine zu ihr kontrastierende balanciert ist. (Es ist hinzuzufügen, daß der positive Akt daher durch einen relativ kleinen Überschuß auf der einen Seite zustande kommt.) So, wie jede Tendenz balanciert ist, so sind auch alle Gefühlsbetonungen kontrastierend balanciert, wodurch der gefühlsbetonten Vorstellung ein ambivalenter Charakter zukommt. Diese Formulierung gründet sich auf die klinische Beobachtung des katatonen Negativismus, welcher allerdings das Bestehen kontrastierender Tendenzen und Valenzen überdeutlich dartut. Der Psychoanalyse sind diese Tatsachen wohlbekannt; sie werden hier unter den Begriff des Widerstandes subsumiert, der nun allerdings zunächst keineswegs so gedacht ist, als ob zum positiven psychischen Akt schlechthin sein Gegenteil mitzudenken sei. Man kann aus der Bleulersehen Arbeit leicht den Eindruck gewinnen, als ob der Autor auf dem Standpunkt stünde, daß cum grano salis die Vorstellimg oder Tendenz des Schizophrenen ihr Gegenteil schlechthin bei sich führe; so sagt Bleuler z. B.: