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Herr Kollege Jung hatte die Freundlichkeit, mir das Manuskript seiner Besprechung zur Einsicht zu senden. Ich möchte dazu einige Bemerkungen machen.
Der wesentliche Unterschied zwischen Jungs Auffassung und der meinigen besteht darin, daß ich eine Art Lockerung der Assoziationen als das Primäre bei der Schizophrenie ansehe, während Jung alles aus der Wirkung der Komplexe ableitet. Für mich gibt erst die Assoziationsanomalie die Möglichkeit, daß die Affekte bei dieser Krankheit so viel stärker wirken als sonst. Die Gründe, die Jung gegen diese Ansicht anführt, muß ich alle als richtig anerkennen. Ich halte aber die Gegengründe1) für die wichtigeren.
Durch diese Divergenz der Auffassung kommen die Dinge in verschiedene Zusammenhänge und verschiedene Beleuchtung. Im wesentlichen sind wir gar nicht so weit auseinander, wie es aus der Besprechung vielleicht scheinen möchte.
Wenn ich sagte, negativistische Erscheinungen können in der Weise entstehen, daß „wahllos“ positive und negative Psychismen einander vertreten, so fällt es mir natürlich nicht ein, die geschlossene Kausalität alles psychischen Geschehens zu leugnen. Ich wollte sagen, daß die Zusammenfassung widerstrebender Tendenzen zu einer einheitlichen Resultante durch Abwägung der beiden Kräfte in einer logischen Operation fehle. Es sind dann oft nebensächliche Dinge, die