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Ein 42jähriger Landwirt erkrankt mit den typischen Symptomen einer melancholischen Depression (Schlaffheit, keine Arbeitslust, Jammern und Verzweifeln, werde geisteskrank, habe sich für immer blamiert, unwürdiger Familienvater, Selbstmordgedanken und -Versuche, stete Gewichtsabnahme, Unruhe im Körper, Beklemmung in der Brust, Veragutsches Zeichen der Depression, usw.). Die Krankheit besteht mit Schwankungen seit 1½ Jahren. Sollte schon zweimal interniert werden. Kommt freiwillig in die Poliklinik1). Erbliche Belastung: Zwei Onkel mütterlicherseits schwermütig und interniert; Mutter und Onkel derselben Hang zu Schwermut. Ursachen unbekannt. Finanzielle Lage gut, Familie (Frau und drei Kinder) gesund.
Das Assoziationsexperiment läßt Komplexe gegen die Ehefrau aufdecken (trotz günstiger Angaben der Anamnese). Es stellt sich allmählich heraus, daß sie ihm zu viel geworden ist. Er ist ihr gegenüber seit einiger Zeit ganz impotent; er onaniert seitdem. Er befreundet sich leichter mit Männern als mit Frauen, von jeher; soll Bedenken vor Heirat gehabt haben. In den Träumen Phantasien homosexuellen Inhaltes, Pollutionsträume mit Männern; er kocht gern, besorgte früher die Kinder. Patient ist unter der Tyrannei eines strengen Bruders aufgewachsen, auch schüchtern. Bis vor zwei Jahren wohnte er beim Schwiegervater, der im Hause streng befiehlt. Dieser wurde geisteskrank, wurde interniert. Seitdem Patient selbständig. Trotz Tüchtigkeit und Intelligenz hat er immer das Gefühl der Unzulänglichkeit, es fehlt ihm etwas, hat Angst wie der Schwiegervater krank zu werden, kommt allmählich in die Depression; verkauft sein Gut, kauft es wieder, um es wieder verkaufen zu wollen, hat die Idee, er habe sich ganz ruiniert dabei, usw.
Nach vier analytischen Sitzungen und Aufklärung über Homosexualität ist die Beklemmung und Unruhe völlig verschwunden. Er hat wieder Vertrauen und Lebenslust; nimmt die Arbeit wieder auf. Dies hält noch nach 6 Monaten an; er hat nur noch selten schwerere Tage, „w