You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Hitschmann's Buch kommt einem längstgefühlten Bedürfnis entgegen. Ein Buch, das den Anfänger in klarer und einfacher Weise in die Probleme der Psychoanalyse einführt, tat Schon längst Not. Hitschmann hat diese Aufgabe in ausgezeichneter Weise gelöst. Es war gewiß nicht leicht, die ungemein verschiedenartigen Erfahrungen und Schlußfolgerungen der Psychoanalyse in systematischer Ordnung darzustellen, denn entgegen dem Vorurteile unserer Gegner handelt es sich bei der Psychoanalyse keineswegs um ein a priori ausgeklügeltes System, das einer theoretischen Entwicklung keinerlei Widerstand böte, sondern um eine außerordentlich komplizierte und verwickelte Materie, der man die ganze Mühsal geduldiger empirischer Forschung anmerkt (nota bene allerdings nur dann, wenn man auf diesem Gebiete selber positiv arbeitet). Der Inhalt des Buches ist sehr reich, ohne daß die Fülle verwirrend wirkt. Der Autor hat sich überall auf das Wesentliche beschränkt und da, wo die Probleme noch im Fluß sind, sich mit orientierenden Hinweisen begnügt. Es ist ihm so gelungen, ein zutreffendes Bild des gegenwärtigen Standes der Psychoanalyse und ihrer weitschichtigen Probleme zu entwerfen. Dem Buche ist größtmögliche Verbreitung zu wünschen, nicht zum mindesten auch deshalb, weil es geeignet ist, viele Vorurteile und falsche Meinungen zu zerstreuen, die im ärztlichen Publikum durch ungenügende Kenntnis der Literatur entstanden sind. Hoffentlich wird das Buch auch bald in fremde Sprachen übersetzt, wozu es sich zunächst besser eignet als manche spezialisierte und deshalb schwerig zu verstehende Originalforschung.
Jung