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Unter den erogenen Zonen, deren Sinn und Bedeutsamkeit Freud uns gelehrt hat, ragen zwei ganz besonders hervor: die Haut, welche stellenweise in die Schleimhaut übergeht oder sich zu den Sinnesorganen differenziert, und zweitens die Muskulatur des Körpers, die willkürliche sowohl, als vielleicht noch mehr die glatte, dem bewußten Willen entzogene. Beide beherrschen vor allem die gesamte Kindheit, bis in der Pubertät das Primat einer einzigen erogenen Zone, der Genitalien, für ein paar Dezennien festgelegt wird, um in der fallenden Hälfte des Lebens der ursprünglichen Haut- und Muskelerotik wieder Platz zu machen. Übrigens wirken die letzteren auch bei der Betätigung der Genitalerotik teils direkt, teils zur Erzeugung der Vorlust wesentlich mit und ersetzen sie nicht allein physiologisch im Kindesalter, sondern Vikariieren selbst in der Zeit der vollen Geschlechtsreife oft sehr weitgehend. So ist es bekannt, daß unter Prießnitz, wo Haut und Muskulatur fast den ganzen Tag den verschiedensten Einwirkungen ausgesetzt wurden, das genitale Bedürfnis auf ein Minimum sank, und eine ähnliche Ablenkung erzielt zur Stunde der so verbreitete Freiluftsport. Wo der letztere fehlt, z. B. bei wenig sportfreudigen Bureaumenschen, steigt die Sexualität oft übermäßig hoch.
Daß die Haut des Körpers sich an manchen Stellen zur Schleimhaut umwandelt, hat neben den allgemein bekannten noch einen wichtigen erotischen Sinn. Vor allem ist dies nur bei den Ein- und Ausgangspforten unseres Leibes der Fall, von welchen wir wissen, daß sie die Bedeutung von erogenen Zonen besitzen. Dies gilt ganz ebenso für Anus, Vaginal- und Urethralmündung, als für Mund und Nase, Orbita und den äußeren Gehörgang. Wir können es direkt als