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Die psychoanalytische Forschung hat bis in die letzten Jahre den Problemen des Fetischismus keine besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Noch in der ersten Auflage der „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ wies Freud ihm eine Sonderstellung zu, sowohl gegenüber den anderen sexuellen Abirrungen als auch gegenüber den Neurosen. Die fortschreitenden Erfahrungen haben aber gelehrt, daß in nicht wenigen Fällen Fetischismus und Neurose bei dem gleichen Individuum zusammentreffen. Die zweite Auflage der genannten Schrift enthält einen kurzen Hinweis darauf, daß Freud die Entstehung der fetischistischen Phänomene jetzt auf eine eigentümliche Abart der Verdrängung („Partialverdrängung“) zurückführt. Der früher betonte Gegensatz ist somit aufgehoben.
Die Analyse eines Falles von Schuh- und Korsettfetischismus, über die ich im folgenden berichte, ergab mir bestimmte Resultate über die Psychogenese dieser Form des Fetischismus; andere Fälle haben diese Ergebnisse vollauf bestätigt.
Als Grundlage muß eine eigentümliche sexuelle Konstitution angenommen werden, welche durch die ursprünglich abnorme Stärke bestimmter Partialtriebe charakterisiert ist. Auf dieser Basis ist der uns interessierende Komplex von Erscheinungen entstanden durch das Zusammenwirken zweier Faktoren: der bereits erwähnten Partialverdrängung und eines näher zu erörternden Verschiebungsvorganges1).