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Die von S. Freud ins Leben gerufene psychanalytische Methode läßt sich, wie man mehr und mehr erkennen kann, auf gar viele und weite Gebiete erstrecken. Entsprungen aus der genialen Auffassung gewisser Erscheinungen in den Neurosen, trat sie, wachsend und immer bestimmtere Gestalt gewinnend, aus dem engeren Kreis heraus, um sich eine in den Anfängen ungeahnte Domäne ihrer Anwendung zu schaffen. Beständig mehren sich — neben den unvermeidlichen durch Überhasten verursachten Fehlresultaten, die man als Übereiltheiten glimpflich zu beurteilen hat — die mit Glück unternommenen Versuche ihrer Einführung in diese oder jene Disziplin, wo sie teils überraschende Erklärungen und Lösungen liefert, teils vielverheißende Perspektiven eröffnet. Sie erweist sich als fruchtbar ebensowohl in der Psychologie des Kranken wie des Gesunden, des einzelnen wie des Volkes.
Wenden wir uns nun als Psychanalytiker welchem Gebiet immer zu, so ist es stets eine unserer Hauptaufgaben, Symbole zu entziffern. Wir sind genötigt, eine Menge von Erscheinungen, die uns entgegentreten, nicht als bare Münze, sondern als symbolische Vertreter von etwas anderem zu nehmen, was hinter ihnen steckt oder ihnen zugrunde liegt; als den manifesten Ausdruck von etwas Latentem. Das Verhältnis dieser zwei Stücke zueinander ist den Lesern z. B. aus Freuds „Traumdeutung“1) ohne Zweifel wohlbekannt, wo das eine als das manifeste Traumbild, das andere als die Gruppe der latenten Traumgedanken erscheint. Geht man alle die Phänomene, wo derlei Vertretungen vorkommen, aufmerksam durch, so findet man, daß diese Vertretungen