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Am 28. März 1828 kam zu Justinus Kerner der Graf von Maldeghem und überbrachte ihm ein Schreiben seines Arztes Dr. Endres, worin dieser die Krankengeschichte der psychotischen Gräfin von Maldeghem, der Gemahlin des Grafen, darstellt. Der Zweck des Besuches bei Kerner war eine Konsultation der Seherin Frau Hauffe, die in Kerners Behandlung stand und angeblich sowohl für sich selbst als für andere Personen erfolgreiche Heilmittel angegeben hatte.
Aus der Krankengeschichte wäre zu erwähnen: … Schon in ihrer Jugend entwickelte sich „eine höchst reizbare Stimmung des Nervensystems … In ihrem 23. Jahre vermählte sie sich mit dem Grafen von M. Sie lebten mehrere Jahre glücklich miteinander, und ihr jetziges psychisches Leiden datiert sich von dem zweiten Wochenbette … Ihr Gemütszustand ist ein wachendes Traumleben. Sie hat drei fixe Ideen, die gleichsam den Kreis bilden, in dem sich alle ihre Traumbilder bewegen, nämlich 1. Zweifel an der Persönlichkeit ihres Mannes und ihrer Kinder (sie hielt diese und andere Personen für bloße Scheinbilder); 2. Erwartung oder vielmehr heiße Sehnsucht nach einer Umwandlung ihres Wesens (sie sah sich als Scheusal, vernahm Stimmen, die sie beschimpften, kam sich eingekerkert vor und erwartete sehnsüchtig die Befreiung usw.) und 3. Erwartung einer überirdischen Erscheinung, durch welche ihre Verwandlung bewirkt werden soll.“
Das definitive Eintreten in diese „Traumwelt“ geschah am 31. Oktober 1827 in der vierten Woche einer Niederkunft. Die Spuren dieses Zustandes reichen viel weiter zurück, ohne indes in dem von Kern er mitgeteilten Bruchstücke der Krankengeschichte erörtert zu werden.