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Die vorliegende Studie ist einem Falle entnommen, in welchem es mir gelungen ist, ein zehnjähriges, fest gebautes Verfolgungssystem analytisch aufzulösen und der Patientin, einer unverheirateten Dame von 53 Jahren, die vollständige Krankheitseinsicht beizubringen. Seit Beendigung der Behandlung im April 1910 zeigt die Patientin keine Spur weder von geistiger Krankheit noch Schwäche. Es wird hier meine Aufgabe sein, nicht nur den Zustand der Patientin vor und nach der Behandlung darzustellen, sondern vor allem klarzumachen, wie die innere Verwandlung zustande gekommen ist. Ich werde also versuchen, die Kräfte aufzuspüren, welche beim Aufbaue der Krankheit wirksam gewesen sind, und ebenso die, durch welche sie abgebaut wurde. Der Übersichtlichkeit wegen kann ich das Material nicht immer in der Ordnung darstellen, wie es mir zugeflossen ist. Ich habe es etwas arrangieren müssen, und zwar in folgender Weise:
Ich gebe zuerst eine Übersicht des Falles, die etwa mit der gewöhnlichen klinischen Krankengeschichte zusammenfällt, und diskutiere im Anschlüsse daran die Diagnose. Dann folgt ein Kapitel über die Behandlung; dieser schicke ich einige Bemerkungen über die Stellung der Literatur zur Paranoiabehandlung voraus sowie einige Worte über die therapeutischen Prinzipien, von welchen dieser Versuch geleitet wurde. Bei der Darstellung der Behandlung folge ich, soweit möglich, der chronologischen Ordnung. Das letzte Kapitel umfaßt eine Diskussion der so gesammelten Erfahrungen. Da ich mich bei der Behandlung ausschließlich von therapeutischen Gesichtspunkten leiten ließ, sind diese leider in wissenschaftlicher Hinsicht sehr mangelhaft. Ich habe