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Endlich einmal eine wirkliche Kritik, und zwar von einem, der versteht, was er liest, und weiß, was er sagt.
Forel gibt zunächst an Hand von historischen Daten eine kurze Einführung in die Freudschen Ideen, wobei er die immer noch zu wenig beachteten Verdienste Liébeaults hervorhebt. Dann macht er Freuds Schule zwei Vorwürfe: 1. daß sie die Arbeiten ihrer Vorgänger ziemlich konsequent ignoriere, und 2. daß sie allerlei Hypothetisches als Fakta hinstelle.
Der erste Vorwurf ist nicht ganz unberechtigt, aber er sollte kein Vorwurf sein. Die Einzelheiten der Freudschen Psychanalyse sind zum großen Teil auch schon von anderen beobachtet worden. Um sich mit allen diesen „Vorgängern“ abzufinden, müßte man dicke, langweilige und — wertlose Bände schreiben. Das große Verdienst Freuds besteht ja darin, daß er die Bedeutung der Einzelbeobachtungen herausgefunden, und daß er sie in einen logischen Zusammenhang gebracht hat; das hat noch niemand vor ihm getan; und wenn nun die Verdienste des einen oder andern vergessen werden, so möchte ich niemandem große Vorwürfe machen. Die Wissenschaft braucht Tatsachen und nicht Verdienste. Wer etwas Neues zu finden und zu sagen weiß, soll die Toten ihre Toten begraben lassen und seine Zeit besser anwenden. Daß Liébeault, der bescheidene Gründer der rationellen Psychotherapie, lebendig von der offiziellen Wissenschaft begraben worden ist, ist ein Unrecht ganz anderer Art, ein Unrecht, das viele Freud ebenfalls gern angetan hätten, wenn es möglich gewesen wäre.
Forel geht meines Erachtens auch darin etwas zu weit, wenn er sagt: „Wie man sieht, liegt die Wurzel der Psychanalyse in der Suggestionslehre Liébeaults.“ Es ist allerdings richtig, daß der Begriff der Autosuggestion, der eine bestimmte Art Affektwirkung darstellt, erst geschaffen werden konnte, als einmal die Suggestion und ihre Macht begriffen worden war. Aber Freud fügte dazu ein Plus, das im jetzigen Zeitpunkt gerade