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(Schluß.)
Ich werde diesen Fall weniger ausführlich als den vorhergehenden erzählen und nur Gewicht auf die ungewöhnlicheren Züge legen. Patient war Bar-Diener, 24 Jahre alt. Sein Hauptleiden, für welches er Hilfe suchte, war der Zwangsgedanke, daß Christus perverse Handlungen an ihm ausführe, hauptsächlich Fellatio. Diese raffinierte Kombination von Inversion und Perversion mit Blasphemie war nicht nur dem Patienten widerlich, sondern hätte wahrscheinlich auch die meisten Ärzte abgeschreckt, die den Fall eher einem Pfarrer oder Kriminologen zugewiesen haben würden. Solche Dinge gehören ebensogut zur Medizin wie Krankheiten der Galle und des Rektums und wenn es auch unangenehm ist, sich damit zu beschäftigen, wird dies doch reichlich kompensiert durch die Befriedigung, welche man erfährt, wenn man ein so peinliches Leiden zu lindern imstande ist.
Wenn der manifeste Inhalt einer Obsession sexueller Natur ist, kann man annehmen, daß ungehemmte Sexualphantasien offen von des Patienten Geist Besitz ergriffen haben. Hier handelt es sich nicht mehr um verdrängte Sexualität, selbst wenn diejenigen Wünsche, welche die Obsession ursprünglich verursachten, verdrängt worden sind. Der vorliegende Fall zeigt dies ganz deutlich. Patient war in einer sehr lasziven Atmosphäre erzogen worden und von früher Jugend an gewöhnt, alle möglichen Sexualbetätigungen entweder selbst zu üben oder in seiner Umgebung beobachten zu können. Die Folge davon war, daß sexuelle Gedanken ihn fast ausschließlich beschäftigten und alle anderen Interessen in den Hintergrund drängten.
Bevor ich seine Kindheit beschreibe, möchte ich erst noch einen Blick auf seinen gegenwärtigen Zustand werfen. Patient war schon in seiner frühesten Jugend von zahlreichen Obsessionen und abergläubischen Befürchtungen geplagt worden. Diese waren jedoch nicht stark genug, um ihn in seinem äußeren Leben zu stören, bis sie in den letzten Monaten derart an Intensität zugenommen hatten, daß sie schließlich sein ganzes