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Meine Damen und Herren!
Es scheint mir keine leichte Aufgabe zu sein, im gegenwärtigen Moment über Psychoanalyse vorzutragen. Ich sehe dabei ganz ab von der Tatsache, daß dieses Gebiet überhaupt — und dies darf ich wohl aus vollster Überzeugung versichern — zu den schwierigsten Problemen gegenwärtiger Wissenschaft gehört. Wenn wir diese Tatsache auch weiter nicht berücksichtigen, so begegnen wir ernstlichen Schwierigkeiten genug, welche die Darstellung des Lehrstoffes erheblich beeinflussen müssen. Ich kann Ihnen nicht eine wohlgegründete, sowohl nach der praktischen wie nach der theoretischen Seite elaborierte und abgerundete Lehre darbieten, denn das ist die Psychoanalyse trotz aller darauf verwendeten Arbeit noch keineswegs. Auch kann ich Ihnen nicht eine Darstellung der Lehre ab ovo geben, denn Sie besitzen in Ihrem, stets dem Fortschritte der Zivilisation huldigenden Lande einige treffliche Interpreten und Lehrer, welche bereits eine allgemeinere Kenntnis der Psychoanalyse dem wissenschaftlichen Publikum vermittelt haben. Des fernern hat Freud, der eigentliche Entdecker und Begründer dieser Richtung, in Ihrem Lande gesprochen und authentische Kunde von seinen Ansichten gegeben. Auch ich verdanke Amerika die hohe Ehre, bereits einmal Gelegenheit gehabt zu haben, über meine experimentelle Grundlegung der Komplexpsychologie sowie über die Anwendung der Psychoanalyse in der Erziehung sprechen zu können. Unter diesen Umständen werden Sie leicht begreifen, daß ich mich scheue, bereits Gesagtes, Gedrucktes und Gelesenes noch einmal zu wiederholen!