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In letzter Zeit ist mir von verschiedener Seite, zuletzt offiziell von Herrn Vexberg, Sekretär der Vereinigung für freie psychoanalytische Forschung, mitgeteilt worden, daß in Wien im Kreise von Herrn Dr. Adler angenommen wird, meine, in diesem Jahrbuche (IV. Bd., II. Hälfte) erschienene Arbeit; „Über die Traumfunktion“ sei die Entwicklung von Gedanken, welche Dr. Adler vor mir veröffentlicht habe. „Wir hielten es nicht für angängig, den Angriff gegen Sie, der in unserem Kreise erfolgt ist, Ihrem Wissen zu entziehen“, usw. heißt es in diesem offiziellen Briefe, in welchem mir ein „Plagiat“ vorgeworfen wird.
Zuerst muß betont werden, daß tatsächlich eine ausgesprochene Übereinstimmung zwischen der Adlerschen Auffassung der vorausdenkenden Funktion des Traumes und der meinigen des Vorübungswertes des Traumes besteht. Ich verdanke dem Sekretär obiger Vereinigung eine übersichtliche Parallele der einschlägigen Stellen in den Arbeiten beider Autoren, welche in dieser Hinsicht sehr überzeugend wirkt. Zweitens stimme ich den „Angreifenden“ bei, wenn sie behaupten, daß meine angeführte Arbeit (im Jahrbuche) lange Zeit nach dem Buche Adlers erschienen sei. Adlers Buch: „Über den nervösen Charakter“, welches die Hauptstellen über die Traumfunktion enthält, erschien im Mai 1912, während mein Aufsatz erst im Februar 1913 veröffentlicht wurde. Es steht auch fest, daß Dr. Adler im Jahre 1911 eine Bemerkung über die Traumfunktion in einer Fußnote seines Aufsatzes: „Beitrag zur Lehre vom Widerstande“ geschrieben hat, welche mir allerdings damals entging. Dieser Aufsatz ist in der 4. Lieferung des Zentralblattes (I. Jahrgang) erschienen, ich schätze das Datum des Heftes auf März 1911, da dieses die Sitzungsprotokolle der Psychoanalytischen Vereinigung bis Ende Jänner enthält. Was die Geschichte der Entstehung des Gedankens der teleologischen Traumfunktion bei mir selbst betrifft, so habe ich darüber folgendes zu sagen; Im Jahre 1908 tauchte mir bei der Analyse einer dazu besonders gü