You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ich beabsichtige mit diesen Zeilen den Satz zu begründen, daß Asthma eine reine Psychoneurose ist, ein hysterisches Konversionssymptom der Angsthysterie.
Vor einer Reihe von Jahren kam ich durch meine Arbeiten in einer Spezialanstalt für Asthmatiker mit einer größeren Anzahl dieser Kranken in Berührung und gewann aus dem täglichen Zusammenleben mit ihnen sehr bald die Überzeugung, daß die schweren körperlichen Begleiterscheinungen der Krankheit in den meisten Fällen sekundärer Natur waren, d. h. eben Begleiterscheinungen und nicht das Wesen der Krankheit selbst ausmachten.
Einen erheblichen Prozentsatz dieser Symptome lernte ich außerdem als dauernde Folgeerscheinungen einschätzen und auch dadurch anders bewerten, beispielsweise wie eine chronische, katarrhalische Reizung des Darmes, die sich an eine langdauernde, psychisch bedingte Schleimkolik anschließt, oder dergleichen. Hierzu rechne ich vor allem die Erscheinungen der Lungenblähung und der Atrophie des Lungengewebes.
Die unmittelbaren Einflüsse einer ausgesprochenen Suggestionstherapie und der Hypnose, die ich damals — es sind jetzt 15 Jahre her — in erster Linie anwandte, sprachen außerdem eine zu beredte Sprache, als daß ich an den Lehren unserer klinischen Meister nicht hätte irre werden müssen.