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Das Ziel der vorliegenden Abhandlung ist, durch die Analyse eines einzelnen Beispieles folgenden Satz zu beleuchten: Die nahe Beziehung zwischen Kunst und Religion entstammt der engen Verknüpfung ihrer beiden Wurzeln. Die Beziehung selbst, die am schlagendsten bei den höheren Religionen ist, äußert sich auf mannigfache Weise: zuweilen gerade durch den diametralen Gegensatz der beiden, wie in dem ikonoklastischen Ausbruch Savanarolas und der englischen Puritaner gegen die Kunst, aber häufiger durch die auffällige Vereinigung der beiden. Letztere zeigt sich bald positiv, wenn Kunst und Religion beim Gottesdienste zusammenfließen (religiöser Tanz, Malerei, Musik, Gesang, Architektur; „die Werke des Herrn sind lieblich anzusehen,“ „Gott ist lieblich in seiner Heiligkeit“ usw.) bald negativ, wenn dasselbe Gehaben als sündig oder als häßlich und verabscheuungswürdig verurteilt wird.
Nun ist es wohl bekannt geworden, daß die letzten Quellen künstlerischer Schöpfungskraft in diesen Regionen des Geistes außerhalb des Bewußtseins liegen, und man kann mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß die Konzeptionen des Künstlers um so tiefer sein werden, je weiter ins Unbewußte er bei seiner Suche nach Inspiration gelangt. Ebenso ist es allgemein bekannt, daß unter diesen letzten Quellen am wichtigsten psychosexuelle