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Die Geschichte der Kultur ist die Geschichte der Entwicklung des menschlichen Geistes; die wichtigsten Fragen der Kulturgeschichte sind also psychologische Probleme an ethnologischem Material. So selbstverständlich dieser Satz sein mag, ist es doch Wundts bleibendes Verdienst, daß er als erster für ein methodisches Zusammenwirken psychologischer und ethnologischer Forschung eingetreten ist. Freilich liegt dabei eine Gefahr im Hinterhalt, welche die Abneigung seiner Vorgänger erklärlich macht. Da die Anwendung der für den Kulturmenschen gültigen psychologischen Regeln wegen des allzugroßen Abstandes, der ihn vom Primitiven trennt, unzuverlässig, ja unzulässig ist, muß für den „Wilden“ ein eigenes psychologisches System erst aufgebaut werden. Dazu ließ sich bisher nur das ethnologische Material verwenden, dessen tausendfältige, widerspruchsvolle Vielges