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Literatur1). 1. Berny: Zur Hypothese des sexuellen Ursprungs der Sprache. Imago 1913, S. 6. — 2. Freud: Über den Gegensinn der Urworte. Jahrb. II, 1910. — 3. Ders.: Das Interesse an der Psychoanalyse. 2. Teil. Scientia, Jahrg. 7, 1913. — 4. Rank und Sachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften. Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. H. 93. Wiesbaden, 1913. — 5. Sperber: Über den Einfluß sexueller Momente auf Entstehung und Entwicklung der Sprache, Imago , S. 5.
Die lebendig gesprochene Sprache, welche einen Niederschlag menschlicher Affekte und Gedanken bildet, mußte schon früh in den Kreis der psychoanalytischen Forschung treten. Bei der Erforschung der Technik und der seelischen Mechanismen im Traume, im Witz und in den kleinen Fehlleistungen des Alltagslebens spielten Sprachfragen eine große Rolle. Die Sprache, welche nach einem Worte Talleyrands dazu dient, die Gedanken zu verbergen, erwies sich in der psychoanalytischen Untersuchung der Seelenvorgänge oft geradezu als Verräterin dieser verborgenen Gedanken.
Die Psychoanalyse war genötigt, in ihren Forschungen dem Begriffe Sprache einen erweiterten Umfang zu geben. Sie versteht darunter jede Art von Ausdruck seelischer Tätigkeit; nicht nur die Wortsprache, sondern auch die Schrift, Mimik usw. (3). Von diesem Gesichtspunkte aus ist unter Psychoanalyse die Übersetzung und Deutung der uns fremden Ausdrucksweise unbewußter Vorgänge in die uns vertraute zu verstehen. Die „Sprache des Traumes“ stellt die Aufgabe, einen latenten Gedankeninhalt aus der dem Traume eigentümlichen Ausdrucksweise in die unseres Wachlebens zu übertragen. Unter den Eigentümlichkeiten der Traumsprache fällt insbesondere ihre archaische Struktur auf, welche sich uns als ein Rückfall in die prähistorische Denk- und Sprechweise darstellt. Das Verhalten