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Gegensätzliche Auffassungen, wie sie in bezug auf die Psychoanalyse im ganzen bestehen, machen sich auch in der Frage ihrer Erlernbarkeit geltend. Gleichzeitig mit der oft geäußerten Meinung, daß die Anwendung der psychoanalytischen Technik als solche überhaupt wirkungslos sein müsse und jeder ihr zugeschriebene Erfolg in Wirklichkeit ein „Suggestionserfolg” sei, hört man nicht selten — oft sogar von denselben Personen — die extrem entgegengesetzte Ansicht, daß die Analyse deswegen verwerflich oder mindestens gefährlich sei, weil sie in dem Menschen unabsehbare Umwälzungen, zum Beispiel Charakterveränderungen, Beeinflussungen der künstlerischen Fähigkeiten und dergleichen, hervorbringe. Ein ähnliches Schauspiel bieten die Meinungen über die Möglichkeit, sich die analytische Technik systematisch anzueignen, und auch hier haben die beiden Gegensätze das Gemeinsame, daß sie nicht der Erfahrung und den Tatsachen, sondern dem Widerstand gegen die Analyse ihre Entstehung verdanken. Die Anekdote von dem Mann, der auf die Frage, ob er Geige spielen könne, antwortet, er wisse es nicht, denn er habe es noch nie versucht, scheint in der Psychotherapie, besonders in der Psychoanalyse häufig ganz ernst angewendet zu werden. Menschen solcher Denkungsart fühlen sich imstande, die Psychoanalyse auszuüben, ohne daß sie irgendeine Ausbildung durchgemacht haben; sie gehen offenbar davon aus, daß die Kenntnis der Analyse eine jedem Menschen angeborene, von