Sigm. Freud über die Verwandtschaft seines Libidobegriffes mit dem Eros Platos:
In „Massenpsychologie und Ich-Analyse”: „Der Eros des Philosophen Plato zeigt in seiner Herkunft, Leistung und Beziehung zur Geschlechtsliebe eine vollkommene Deckung mit der Liebeskraft, der Libido der Psychoanalyse.” ( Ges. Schr. VI, 287.)
Im Vorwort zur 4. Auflage der „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie”: „Was aber die ‚Ausdehnung’ des Begriffs der Sexualität betrifft, die durch die Analyse von Kindern und sogenannten Perversen notwendig wird, so mögen alle, die von ihrem höheren Standpunkt verächtlich auf die Psychoanalyse herabschauen, sich erinnern lassen, wie nahe die erweiterte Sexualität der Psychoanalyse mit dem Eros des göttlichen Plato zusammentrifft.” ( Ges. Schr. V, 6.)
In „Der Widerstand gegen die Psychoanalyse”: Was die Psychoanalyse Sexualität nennt, deckt sich keineswegs mit dem Drang nach Erzeugung von Lustempfindung an den Genitalien, „sondern weit eher mit dem allumfassenden und alles erhaltenden Eros des Symposions Platos.” ( Ges. Schr. XI, 230.)
In bezug auf das Erkennen der neurosenätiologischen Bedeutung der Sexualität durch Plato schreibt Freud in der „Selbstdarstellung”, daß er bei seinen ersten Untersuchungen über Hysterie noch nicht wußte, „daß ich mit der Zurückführung der Hysterie auf Sexualität bis auf die ältesten Zeiten der Medizin zurückgegriffen und an Plato angeknüpft hatte. Ich erfuhr es erst später aus einem Aufsatz von Havelock Ellis.” ( Ges. Schr. XI, 135.)
Wiederholt führt Freud bei der Behandlung des wunscherfüllenden Charakters des Traumes den Ausspruch Platos an, daß die Guten diejenigen sind, die sich begnügen, von dem zu träumen, was die anderen, die Bösen, wirklich tun. ( Ges. Schr. II, 537; III, 11; VII, 147.)
In „Jenseits des Lustprinzips” zitiert Freud die mythisierende Theorie über die Herkunft des Geschlechtstriebes, die Plato im Gastmahl durch Aristophanes entwickeln läßt. (Zeus ließ den Menschen, der ursprünglich das Mannweiblic