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Zu den psychoanalytischen Lehren, deren Annahme besondere Schwierigkeit bereitete, gehört die Sexualsymbolik, die Auffassung, daß in allen Äußerungsformen des Unbewußten, im besonderen der Sprache des Traumes, eine Symbolik herrsche, deren Übersetzung in steter Gleichmäßigkeit in die Sphäre des Sexuellen führe. Es war besonders für den, der der Beobachtung am psychoanalytischen Material ferne stand, gewiß nicht leicht, daran zu glauben, daß das Unbewußte letzten Endes in jedem geradlinigen Gegenstand einen Penis, in jedem konkaven eine Vagina sehe. Sonach war das Bedürfnis besonders rege, gerade hier nach Bestätigungen außerhalb des eigentlichen analytischen Verfahrens zu suchen.
Solche Belege haben auf experimentellem Wege Schrötter, Roffenstein und Betlheim und Hartmann beigetragen. Schrötter und Roffenstein untersuchten die Symbolbildung in experimentell erzeugten Träumen; sie gaben Versuchspersonen in der Hypnose den Auftrag, einen bestimmten sexuellen Vorgang zu träumen, der sich im Traume dann tatsächlich in das der Analyse vertraute Symbol übersetzte. So war etwa einem jungen Mädchen die posthypnotische Suggestion gegeben worden, von einer Fellatio zu träumen; im Traum aß sie Bananen. Betlheim und Hartmann erzählten einer Korsakoffkranken, sonach einer Patientin mit organisch bedingtem Gedächtnisausfall, kleine Geschichten sexuellen Inhalts, die sie eine Zeit später reproduzieren ließen. Dabei waren die sexuellen Partien ausgefallen und an ihre Stelle bezügliche Symbole getreten.
Wenn nun das Unbewußte alle Gegenstände und Erscheinungen mit dem Sexuellen in Beziehung setzt, so sollte man gerade etwas Ähnliches auch für das primitive Denken vermuten. Die Parallelität der Arbeitsweise des Unbewußten mit dem Denken der Naturvölker ist wohl keine universelle und darnach kein Gesetz, doch als Arbeitshypothese fruchtbar und bewährt.
Zu diesem Punkte nun bringt das kürzlich erschienene Werk des katholischen Missionars und Ethnologen Pater I. Winthuis: „Das Zweigeschlec