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Eine „Handlung”, gleichgültig ob die eines Romans, Theaterstückes oder Films, besteht aus miteinander verschlungenen psychologischen Zusammenhängen. Der Film kann eine Handlung nur dadurch ausdrücken, daß er psychologische Zusammenhänge sichtbar macht, also innere Vorgänge durch äußerlich wahrnehmbare ersetzt und — möglichst als Bewegung — gestaltet.
Seelische Vorgänge werden am ungezwungensten äußerlich wahrnehmbar, wenn sie sich im Gesichtsausdruck spiegeln. Der nächstliegende Weg für den Film war also der, die Gestaltung in das Ausdrucksvermögen des Schauspielers zu verlegen. Dies erwies sich bald als Irrweg, denn weit stärker und verständlicher als durch Gesicht und Bewegung drückt der Mensch seine Empfindungen und Leidenschaften durch das Wort aus. Der auf Mimik aufgebaute Film bleibt ein stummes Theater, eine Pantomime, ein lächerliches Kreuzungsprodukt ohne die Fähigkeit zur Fortpflanzung und Entwicklung1. Damit waren der Mimik enge Grenzen gesteckt; aber was sollte an ihre Stelle treten? Den Menschen im Film künstlich stumm zu machen geht nicht an, aber die Dinge sind stumm und man braucht ihnen nicht gewaltsam den Mund zu verschließen, wenn man sich ihrer bedient, um seelische Vorgänge, die sich an ihnen, um ihretwillen, um sie herum abspielen, mit ihrer Hilfe auszudrücken.