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Clownerie — Trickvorführung — Traurige Begehrlichkeit — Dichterisches Unvermögen Morbidität — Endgültige Selbsterledigung — Trostlose Hemmungslosigkeit
Entheiligt jede Vergangenheit! vergiftet jede Gegenwart! tötet jede Zukunft!
Es war zu erwarten, daß der große Aufsatz von Thomas Mann über „Freuds Stellung in der modernen Geistesgeschichte” im 1. Heft dieser Zeitschrift in der Öffentlichkeit einen tiefen Eindruck hinterlassen wird. Führende Zeitungen beschäftigen sich ausführlich mit dem Essay des Dichters, zum Teil an leitender Stelle, und mit Recht wurde nun von einem „geistesgeschichtlichen Manifest des 20. Jahrhunderts” gesprochen. Nicht minder war aber auch zu erwarten, daß nicht nur Äußerungen der Bewunderung für des Dichters tiefgründige und tapfere Stellungnahme ausgelöst werden würden, sondern daß in jenen Kreisen, denen das leistungsreiche Leben Thomas Manns bereits viele Steine des Anstoßes in den Weg gestellt hat, auch seine jüngste Tat wider den „Dumpfheitskonservativismus” nicht nachgesehen werden wird. Treu dem psychoanalytischen Grundsatz, daß es aufschlußreicher ist die Zeichen des Widerstandes zu beachten, denn die der Zustimmung, wollen wir hier nicht positive Stimmen zum Bekenntnisartikel Thomas Manns zitieren, vielmehr uns damit begnügen aus der Reihe der gegnerischen Äußerungen den wuterfüllten Aufschrei eines deutschvölkischen Organs, der Berliner Wochenschrift „Der Ring” (da nicht gezeichnet, vermutlich aus des Herausgebers Heinrich von Gleichen Brust selbst herrührend) hier zu verzeichnen. Daß „der Direktor seines Zauberbergzirkus, Herr Thomas Mann” sich zur „Wiener Geschlechtsphilosophie” bekennt, sei eine sensationelle Trickvorführung, eine tiefsinnig aufgemachte Clownerie. Thomas Mann habe sich in Nietzsches Maske gehüllt, „um so bei dieser ideengeschichtlichen Filmschlacht in heroisch betonierter Deckung zu bleiben”. Nun habe er „selbst die letzten dünnsten ästhetischen Vorwände, mit denen er bislang sich selbst und den