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Dr. Colin Ross, der bekannte Weltreisende, veröffentlicht soeben im Verlag F. A. Brockhaus in Leipzig (wo auch seine fesselnden Reiseschilderungen und weltpolitischen Betrachtungen über Südamerika, über das europäische und das asiatische Rußland, über Indien, über das Erwachen der Eingeborenen Afrikas usw. erschienen sind) einen kleinen Essayband unter
dem Titel „Die Welt auf der Waage. Der Querschnitt von 20 Jahren Weltreise”: Worüber das Buch handelt, ersieht man besten aus den Titeln der einzelnen Aufsätze, von denen wir einige hier anführtn: „Die Verteilung der materiellen und geistigen Machtsphären der Rassen über die Erde.” — „Die Relativität der Moral und die Normung der Moralbegriffe.” — „Die Reaktion des farbigen Menschen auf die Technisierung.” — „Vom Wesen menschlicher Herrschaft.” — „Die Vereinigten Staaten und Sowjetrußland als wesensverwandte Herrschaftsformen.” — „Der Mythos der Maschine.” usw. — Uns interessiert an dieser Stelle vor allem der Essay über „das Wesen und die Gestaltungsmöglichkeiten der mann-weiblichen Beziehungen”, der auch auf die Psychoanalyse Bezug nimmt. Dr. Ross, der übrigens seinerzeit auch als einer der Manuskriptverfasser des „psychoanalytischen Films” der Ufa in Berlin zeichnete (vgl. „Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse”, XII. Band, 1926, S. 580 f), konstatiert vor allem auf dem Gebiete des Geschlechtslebens eine „Lösung von der Natur als dem Maße aller Dinge”, die sich zunächst „in einer ansteigenden Welle medizinisch-hygienischer Aufklärung und in der öffentlichen Diskussion selbst heikelster und geheimster Themen” äußert. Als Folge der Versachlichung der mann-weiblichen Beziehungen, „dieser Reduzierung der unendlich schillernden Vielfalt der Liebe auf das Punktum Punkti, das so nebenbei zwischen Sport, Beruf und Kameradschaft erledigt wird, prophezeien die einstmals freiesten Geister einer entschwindenden Zeit das Ende der Liebe”.
Aber, führt Dr. Ross dann aus, vielleicht müssen wir die Periode äußerster seelisch