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Im jüngsten Heft der von den bekannten katholischen Missionaren in St. Gabriel-Mödling bei Wien herausgegebenen mehrsprachigen ethnologischen Zeitschrift „Anthropos” (1929, Band XXIV) veröffentlicht Paul Honigsheim, Professor der Philosophie und Soziologie an der Universität Köln (der sich selbst als Lebensreformer, Antialkoholist und sozialistischen, wenn auch nicht marxistischen Pazifisten kennzeichnet), eine Studie über den vor einiger Zeit
hochbetagt gestorbenen Berliner Ethnologen und Wirtschaftshistoriker Eduard Hahn und über seine Stellung in der Geschichte der Ethnologie und Soziologie. Honigsheim sieht in der Forschungsarbeit Eduard Hahns (die sich in ihren wichtigsten Teilen mit der Geschichte des Bodenbaues und mit den Haustieren beschäftigt) eine Synthese aus der rational-einzelwissenschaftlichen Ethnologie der Herbart-Bastianschen Reihe und aus antistädtischem, antiintellektualistischem Kulturpessimismus (Lagarde, der Rembrandt-Deutsche Langbahn, Stefan George). Uns interessieren hier die Ausführungen von Honigsheim über die Auffassung Hahns von der Rolle der Sexualsymbolik in den Anfängen der Wirtschaftsgeschichte. Hahns Meinung war, daß der Pflug ursprünglich die Aufgabe gehabt habe, als Phallus-Repräsentant die magische Befruchtung der weiblich-mütterlichen Erde vorzunehmen. „Dieser Teil seines Systems” — schreibt Honigsheim — „hat wohl am wenigsten Aufnahme gefunden. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich nun allerdings die psychoanalytische Schule in starkem Maße auf das Gebiet der Völkerkunde begeben. Ihre wichtigsten Autoren auf diesem Sondergebiete sind Freud, Malinowski, Daly, Reik, v. Sydow und Róheim. Die ethnologische Literatur von Bastian bis zu den letzten kulturkreis-theoretischen Schriften einschließlich ist ihnen vertraut.” Nur die Kenntnis Eduard Hahns sei bei den Psychoanalytikern zu vermissen. Durch den Hinweis auf die Bedeutung der Sexualsymbolik habe Hahn mit dazu beigetragen, „die Atmosphäre zu schaffen, in der sich das Interes