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Flammende Liebe ist ein Produkt der Stauung. Deshalb gedeiht sie nur in Kulturen, die Libidostauung bedingen. Die nämlichen Kulturen können aber den Durchbruch der Staudämme nicht vertragen. Deshalb werden die Liebenden von den Kulturen, durch die sie entstehen, auch wieder verschlungen. Die Fixierungsstelle der Grand Amour liegt bei der Trennung von der Mutter. Drei Beispiele für Liebende, die von der Mutter schlecht abgekommen sind: Tristan, Rousseau, Dante.
Tristan ist eine Doppelwaise. Sein Vater ist vor seiner Geburt gestorben. Seine Mutter an der Geburt. Er wird ein fahrender Ritter, eine jener schimmernden, mittelalterlichen Figuren, denen wir auch an der Tafelrunde des Königs Artur begegnen. Viele von ihnen haben sich dem Marienkultus verschrieben. Sie leben und fechten zu Ehren der heiligsten Mutter. Tristan findet einen Vater in der Person des Königs Marke. Marke ist ein kinderloser Witwer, Tristan ist sein Sohn und sein Paladin. Er zieht aus und schlägt mutige Streiche. Den irischen Ritter Morold, welcher das Land König Markes unter Tribut hält, erschlägt Tristan, im Zweikampf. Er selbst wird in diesem Kampfe verwundet und begibt sich unter dem falschen Namen Tantris in das Land Morolds, wo eine große Zauberin wohnt, die eiternde Wunden heilen kann. Diese Zauberin heißt Isolde und war die Braut des erschlagenen Morolds gewesen. Sie heilt die Wunde des fremden Ritters, den sie nicht kennt. Eines Tages bemerkt sie eine Scharte im Schwerte ihres Kranken. Ein Eisensplitter aus der Wunde ihres erschlagenen Verlobten paßt genau in diese Scharte. Sie will den verkappten Tantris mit seinem eigenen Schwerte töten, aber sie vermag es nicht und entläßt ihn ohne ihm zu entdecken, daß sie ihn erkannt hat.
Schon bis hieher mag der analytisch Gebildete über die kunstvolle Symbolik des Mythus erstaunen. Der Held in den alten Sagen muß immer