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Privatdozent Dr. Arthur Kronfeld (Berlin), der im Septemberheft der Monatsschrift „Der Nervenarzt” eine Arbeit „Über psychische Impotenz” veröffentlicht, ist nicht Psychoanalytiker. Aber er sieht sich veranlaßt festzustellen: „Bei allen Störungen der Sexualfunktion in psychischer Hineicht kann keinerlei Zweifel obwalten, daß die psychoanalytische Betrachtung die Methode der Wahl für unser genetisches Begreifen darstellt. Es ist dabei gleichgültig, wie man sich sonst zur Tragweite und Abgrenzung der psychoanalytischen Auffassung gegenüber anderen Lehren grundsätzlich stellen mag; wenn es überhaupt ein adäquates Anwendungsgebiet der Psychoanalyse gibt, so sind dies die Anomalien des sexuellen Fühlens und Verhaltens.” Von Wilhelm Reich1 übernimmt Kronfeld den Begriff des „Libido-Haushalts”. Eine Störung in diesem konnte Kronfeld in allen von ihm untersuchten und behandelten Fällen von psychischer Impotenz feststellen. Entweder besteht eine Schwäche oder eine herabgesetzte Erreglichkeit des Triebes (wobei aber der Kranke sich nicht als triebschwach, sondern als durchaus männlich und sexuell normal empfindet und die Störung lediglich in die Umstände der Betätigung verlegt). Oder ist — und das in der Hauptzahl der Fälle — neben oder hinter dem erlebten normalen Triebziel eine Perversion vorhanden (wobei sowohl die Nachwirkung der unterdrückten Perversion als auch die zu geringe Triebbesetzung des normalen Sexualzieles die Potenz hemmen). Oder wieder es besteht eine eigentümliche erlebte Zwiespältigkeit zwischen den irrationalen Weisen des Selbstwertbewußtseins und dem Bewußtsein der sexuellen Triebhaftigkeit, eine Kluft