You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Vom 8. bis 21. August tagte in Helsingör (Dänemark) der 5. Kongreß des „Weltbundes für Erneuerung der Erziehung” in 16 Gruppen und 11 Kursen. Einer dieser Kurse hieß „Die Bedeutung des Unbewußten für die Entwicklung des Individuums”, und dieser Kurs stand unter der Leitung des bekannten Züricher Pfarrers und Psychoanalytikers Dr. Oskar Pfister. Im Verlaufe dieses Kurses sprachen außer Dr. Pfister selbst, der mehrere Vorträge hielt, Frau Dr. Gertrude Behn-Eschenburg, Dr. Nelly Wolfheim (Berlin), Hans Zulliger (Ittigen bei Bern), Tobler jr. (Hof Oberkirch, Schweiz) und Prof. Dr. Ernst Schneider (Stuttgart).
Frau Dr. Behn brachte zum Thema „Die Analyse des Kleinkindes” einige sehr instruktive Fälle aus der Praxis. Sehr wesentlich erscheinen die einleitenden Worte über das Verhältnis der Psychoanalyse zur Pädagogik. Man darf Psychoanalyse und Pädagogik nicht gleichsetzen. Die Psychoanalyse kann nur eine Kritik der Pädagogik geben, damit diese eine der Entwicklung des unbewußten Seelenlebens entsprechende Technik erreichen kann. Doch sind die beiden Techniken der Psychoanalyse und der Pädagogik grundsätzlich verschieden.
Frau Dr. Wolfheim sprach über „Kindergarten und Psychoanalyse”. Die Kindergartenarbeit hat vom psychoanalytischen Standpunkte aus drei Aufgaben: Der Entstehung von Neurosen so weit wie möglich vorzubeugen, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Der Kindergarten muß neue Interessen- und Gefühlssphären geben, um das Kind, namentlich das einzige, aus seiner ersten Bindungssphäre zu lösen und es an die Realität anzupassen. Es muß schon jetzt die soziale Einordnung des späteren Erwachsenen angebahnt werden. Der Erwachsene soll sich möglichst wenig in die Kinderwelt einmischen (z. B. irgendwelche Spiele erzwingen wollen); die Identifizierung der Kinder untereinander sorgt schon für eine entsprechende soziale Welt, in der das Kind sich selbst erzieht. (Für diese Art der Selbsterziehung bot der an anderer Stelle des