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Von den vielen Stimmen zum Aufsatze von Thomas Mann über „Freuds Stellung in der modernen Geistesgeschichte”, den wir im 1. Heft dieser Zeitschrift veröffentlicht hatten, wollen wir hier noch einige erwähnen.
Dr. Robert Fließ schreibt in der „Vossischen Zeitung” vom 20. Juli u. a.:
„Der Dichter, der mit dem ‚Zauberberg’ an die Medizin gekommen ist, hatte seinerzeit das Werk Freuds nur vom Hörensagen gekannt. Inzwischen hat er aber — vielleicht anläßlich der Pfuschereien des Dr. Krokowski — ein Interesse dafür gefaßt, was eigentlich jener verpfuschte. Von der Gestalt selbst, Krokowski, ist zwar nichts zurückzunehmen: man kann die mißbildeten Zeitgenossen, die jetzt allerorten als ‚Seelenarzt’ aus dem Boden schießen, kaum besser darstellen als mit jenem gefährlichen Prototyp. Aber Dr. Mann, dem als Künstler Wahrheiten immanent sind, und dem deshalb das Umlernen nur eine formale Aufgabe bedeutet, konnte seitdem Gelegenheit nehmen, sich ernsthaft mit der analytischen Lehre zu befassen. Seine Lebensarbeit zeigt ja von jeher ein Bemühen, das dahin geht, den Gesundheitszustand unserer Zeit zu prüfen — vielleicht sollte man überhaupt nur in diesem Sinn von Gesundheit sprechen; auch ärztlich.”
In der „Neuen Zürcher Zeitung” vom 27. Juli schreibt Adolf Koelsch über den Freud-Aufsatz Thomas Manns u. a.;
„Wer auch nur ein einziges Werk Th. Manns gelesen hat, wird sofort vermuten, daß Mann in Zeiten dieser oppositionellen Anrufung der irrationalen Lebensgewalten und ihrer Verherrlichung zuungunsten der rationalen, alles auflösen und alles verstehen wollenden geistigen Kräfte Unrat wittert, Feindschaft gegen den Humanismus, gegen die Aufklärung, und damit eine Gefahr für die Kultur. Der solches Ahnende hat recht… Was uns vorgesetzt und aufgegeben wird zum Verdauen, ist eine leidenschaftliche Selbstverteidigung und Selbstrechtfertigung, die sich vollzieht in Form eines Versuches, die eigene Stellung in der modernen Geistesgeschichte möglichst genau anzugeben und zugleich die wahren Be