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In der russischen Freidenker-Monatsschrift „Antireligioznik” veröffentlicht G. A. Gurjew eine längere Abhandlung unter dem Titel „Die Religion im Lichte des Freudismus”. Die in Wien erscheinende Monatsschrift „Der Atheist” (Organ der „Internationale proletarischer Freidenker”) übersetzt in 4 Fortsetzungen (in den Heften Juni, Juli, August, September 1929) jenen russischen Aufsatz. Auf Grund dieser Übersetzung geben wir hier einige Gedanken der Abhandlung wieder, wobei wir glauben, an dieser Stelle darauf verzichten zu können, jedesmal darauf ausdrücklich hinzuweisen, wo offensichtliches und schweres Mißverständnis der Psychoanalyse vorliegt.
Eingangs führt Gurjew aus, die Psychoanalyse habe sich von einer Psychotherapie zu einer eigenen Kulturphilosophie entwickelt. „Der Freudismus verwandelte sich in eine der populärsten ideologischen Strömungen des zeitgenössischen Europa und Amerika, wurde zum Beherrscher der Gedanken.” Das Interesse in den breiten Schichten der bürgerlichen Intelligenz