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Aus einer ausführlichen Besprechung der „Gesammelten Schriften” von Sigmund Freud, die Otto Flake jetzt in der „Neuen Rundschau” veröffentlicht, greifen wir folgende Stellen heraus:
„… Die Versuchung, zur philosophischen Auslegung überzugehen, ist groß; der Wissenschaftler vermied sie, aber andere sahen keinen Grund,
statt Sexus Eros zu sagen und damit das Grundprinzip des Geschehens zu dem der Welt im weitesten Sinn zu machen. Auch sie verlassen nicht den Boden der Kausalität; denn sie halten an einem letzten Grund fest — sie heben nur das allzu isolierte Motiv des Psychologischen in die symphonische Sphäre, in der es auch seelisch, geistig, idealistisch betont auftritt. Gefühl ist ja kein Element, sondern ein Zustand; die Musik ist nicht analysiert, wenn man sie auf Noten zurückführt. So öffnen sich auch Freud unter jedem Boden die Unterschichten, und es gibt keine Norm, die angäbe, bei welcher Zahl von Böden man die Schürfung beenden müsse…”
Freud „… bleibt doch der große Initiant einer Mechanik des Seelischen, die gegen das Ausgleiten ins Materialistische gesichert ist, weil es nichts Tieferes gibt als die Erkenntnis, daß das Geschöpf ein Mechanismus sei, ein unfaßbar Sensibles, Reaktionsfähiges, Erleidendes und Erlebendes … So wird die Psychoanalyse in einem durchaus positiven Sinn der Beginn einer neuen Periode der Auseinandersetzung zwischen Geist und Wissen, ein großartiger Filter, den die kontrollierende Forschung zwischen Erkenntnis und Leben einsetzt…”