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Etienne Peyrebère-Garry — so lesen wir in der in München erscheinenden katholischen Wochenschrift „Allgemeine Rundschau” (die wieder ihr Wissen aus der Monatsschrift „Vom frohen Leben” schöpft) ist „eine Dame aus den allerersten französischen Kreisen”. Sie beschäftigt sich damit, zwischen Frankreich und Deutschland Brücken zu bauen, u. zw. tut sie dies „mit der erstaunlichen schöpferischen Kraft ihrer christlichen — nicht humanitären — Liebe.” Diese vortreffliche Dame aus den allerersten Kreisen hat nun in der französischen Zeitschrift „Notre Temps” einen Aufsatz „für ihren großen und geistig bedeutenden Bekanntenkreis in Frankreich” geschrieben, der von der Freud-Pest in Deutschland handelt. Die Franzosen seien entsetzt über die starke Zustimmung, die Freud in Deutschland findet. Der französische Mann begreift nicht, wie deutsche Männer, junge und nicht mehr junge, den Raubmord Freuds an dem Mutter-Begriff hinnehmen, ohne auch nur schamrot zu werden. „Freuds Pansexualismus,” — fährt dann die allererste Dame fort,— „der den Inzestgedanken in all seinen Variationen als naturhaften Dauergast am Familientisch einführt, ist in Deutschland für unzählig junge Menschen das Handbuch der bürgerlichen Moral geworden. Frankreich erledigt Freud mit ein paar Kuplets, die den wollüstigen Säugling besingen. Ganz anders Deutschland. Gierig liest hier die Jugend die Bücher des Wiener Professors, die in Massen für wenig Geld abgesetzt werden.