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Im Verlage Julius Springer, Berlin, ist soeben der „Bericht über den Vierten Kongreß für Heilpädagogik in Leipzig, 11. bis 15. April 1928” (im Auftrage der „Gesellschaft für Heilpädagogik” herausgegeben von Erwin Lesch, München) erschienen. Es kann nicht unsere Aufgabe hier sein, über die mehr als 60 Kongreßvorträge, die dieser Band enthält, zu referieren. Es ist uns nur interessant festzustellen, daß es in Deutschland noch eine ganze — organisierte — Gruppe der Kinderforschung gibt, die von der Psychoanalyse fast noch gänzlich unbeeinflußt ist, sozusagen noch hundertprozentig psychoanalyserein ist. Nur ganz gelegentlich tauchen auf diesen mehr als 400 Druckseiten kurze Anspielungen auf Freuds Entdeckungen auf und welcher Art sie sind, sollen folgende Beispiele zeigen.
Prof. Dr. Paul Schröder (Leipzig) stellt in seinem Vortrage über den „Begriff der Psychopathie bei Kindern” gelegentlich der Auffassung von angeborenen ethischen und altruistischen Neigungen die Anschauung anderer Psychologen gegenüber, die „den Mangel des Gemüts mit den elementaren Trieben” zusammenfassen. „Trieb zum Guten ist für solche Psychologen eine contradictio; man lese bei Freud („Zukunft einer Illusion”), wie trostlos nüchtern, materialistisch-intellektualistisch auf solcher Denkgrundlage sich in ihm die Menschheit spiegelt.”
Im Vortrage von Prof. Kafka (Dresden) über die „Psychologie der Primitiven” lesen wir: „So wenig man das Seelenleben der Primitiven zureichend verstehen kann, ohne die sexuellen Hintergründe ihres Denkens und Handelns im Auge zu behalten, so wenig ginge es an, der Sexualität — nach dem Vorgange der meisten psychoanalytischen Theorien — ein nur annähernd gleiches Übergewicht im kindlichen Seelenleben zuschreiben zu wollen.”