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Eduard Hitschmanns Schrift über „Ein Gespenst aus der Kindheit Knut Hamsuns”1, auf das im vorangegangenen Aufsatz hingewiesen wird, enthält mehr, als der Titel verspricht, denn es wird eine Analyse der Werke und der Person des Dichters selbst in sehr konzentrierter Form gegeben. Hamsun ist sehr zurückhaltend mit Angaben über sein Leben und schiebt narzißtisch seine Werke in den Vordergrund, für die allein er das Interesse der Welt wecken will. Aber diese „wörtlich wahre” Kindheitsgeschichte ist in seinen Werken zu finden.
Der tagträumerische Knabe, der bei einem überstrengen Onkel, einem Pfarrer, mehrere Jugendjahre verbringt, findet einst auf dem Friedhof einen menschlichen Vorderzahn und nimmt ihn ins Haus mit, um etwas daraus zu schnitzen. Es ist Abend geworden und nach unheimlichen Vorzeichen klopft es ans Fenster; ein rotbärtiger Fremder mit einem Südwester auf dem Kopf grinst lachend dahinter, zeigt deutlich, daß ihm ein Vorderzahn fehlt, und verschwindet wieder, den Knaben vor Schreck erstarrt zurücklassend. Offenbar ist das Gespenst der Tote, dessen Zahn er vom Friedhof weggetragen hat! Schuldbewußt eilt er nach dem Friedhof, wo ihn das Gespenst richtig erwartet, und wirft den Stein weit hinein.
Dieses Gespenst verfolgt aber den jungen Hamsun jahrelang, sitzt auch auf seinem Bette in der Nacht, wächst bis an die Decke usw. Überall verfolgt es den Schuldbewußten, um eines Abends zum letztenmal erscheinend, zu zeigen, daß die Zahnlücke nun wieder ausgefüllt, das Verbrechen gesühnt ist. Die psychoanalytische Deutung des Gespenstes entlarvt es als eine Angsthalluzination eines im Alter des „Kastrationskomplexes” stehenden